Arbeitslosengeld II

Das Arbeitslosengeld II ist im Gegensatz zum ALG I keine Versicherungs- sondern eine Sozialleistung die nach dem „Erfinder“ Herrn Hartz auch als Hartz IV bezeichnet wird. Auf ALG II haben zunächst einmal alle Personen Anspruch, die hilfsbedürftig und erwerbsfähig sind, also demnach dem Arbeitsmarkt grundsätzlich zur Verfügung stehen. Man spricht im Zusammenhang mit Hartz 4 daher auch von einer Grundsicherung für alle arbeitssuchenden Personen. Ausgenommen von dieser Grundsicherung sind lediglich Bürger unter 15 und über 65 Jahren, die im Bedarfsfall Sozialhilfe beantragen können. Ebenfalls kein Anrecht auf den Bezug von ALG II haben Personen, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt nicht in der Bundesrepublik Deutschland haben, da sie dann per Definition dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen können.

Wie hoch ist das gezahlten Arbeitslosengeld II?

Es gibt in der Regel drei Komponenten, aus denen sich das Arbeitslosengeld II in der Summe zusammensetzt. Und zwar sind das die so genannte Regelleistung, Unterkunftskosten und zudem mitunter ein individueller Mehrbedarf. Die Säule der Hartz IV Leistung ist der Regelsatz, der vor einigen Monaten leicht erhöht worden ist. Gekoppelt ist dieser Regelsatz übrigens an die Rentenentwicklung im Zuge der GRV (gesetzliche Rentenversicherung). Im Regelsatz sind bestimmte Bedarfsarten enthalten, wie zum Beispiel der Bedarf an Nahrungsmitteln, Getränken, Bekleidung, Körperpflege- und Hygieneprodukte, Möbel, Freizeit, Strom und noch einige weitere Bedarfsarten werden berücksichtigt. Neben der Regelleistung, die derzeit (Juli 2011) bei 364 Euro für Erwachsene und zusätzlich dann noch bei 215 Euro je Kind liegt, kann unter bestimmten Umständen noch ein Mehrbedarf geltend gemacht werden. So gibt es zum Beispiel einen Mehrbedarf für Alleinerziehende (131 Euro) oder auch einen Mehrbedarf für werdende Mütter (ab der 12. Schwangerschaftswoche). Auch Personen, die aus gesundheitlichen Gründen nachweislich auf spezielle Nahrungsmittel angewiesen sind, können einen solchen Mehrbedarf geltend machen.

Übernahme von sonstigen Kosten

Mit einem Regelsatz von derzeit 364 Euro kann natürlich Niemand seinen gesamten Lebensunterhalt bestreiten, weshalb zusätzlich noch verschiedene weitere Kosten von der Agentur für Arbeit übernommen werden. Dazu zählen vor allem die Wohnungskosten inklusive der Heizkosten, die in einer vertretbaren Höhe ebenfalls übernommen werden. Ab einem Alter von 25 Jahren haben ALGII-Empfänger Anspruch auf die Übernahme der Mietkosten, wobei es sich allerdings um „angemessene“ Mietkosten handeln muss. Je nach Region gibt es einen bestimmten Satz, der pro Person und Quadratmeter als angemessen angesehen wird. Wer also beispielsweise als Einzelperson in einem 120 Quadratmeter großen Haus wohnt, wird natürlich keinesfalls die vollen Mietkosten erstattet bekommen. Pro Person wird nämlich derzeit eine Wohnfläche von 45 Quadratmetern als angemessen betrachtet, bei zwei Personen sind es 60 Quadratmeter und je weiterer Person werden nochmals 15 Quadratmeter hinzu gerechnet. Während die Nebenkosten Strom, Warmwasser und auch zum Kochen benötigtes Gas schon in der Regelleistung integriert sind, werden Heizkosten, auch wieder in angemessenem Umfang, zusätzlich übernommen. Zudem zahlt der Staat während des ALG II-Bezuges auch einen Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung von monatlich 40 Euro.